Es gibt viele Menschen, die der Meinung sind, dass der Erhalt eines Immobiliendarlehens nur möglich ist, wenn der Darlehensnehmer mindestens 20 Prozent Eigenkapital einsetzt. Allerdings treffen Aussagen dieser Art längst nicht mehr zu. Früher war es in der Tat so, dass die Kreditinstitute einen Eigenkapitaleinsatz in Höhe von rund 20 Prozent vorschrieben, um einer Darlehensvergabe zuzustimmen. Doch die Zeiten haben sich geändert. Heutzutage gibt es zahlreiche Banken, die die so genannte Vollfinanzierung anbieten und nicht zwingend auf den Einsatz von Eigenkapital bestehen.
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Vollfinanzierung
Aufgrund des harten Wettbewerbs unter den Kreditinstituten, gibt es heutzutage nur noch wenige Anbieter, bei denen der Abschluss einer Vollfinanzierung nicht möglich ist. Sowohl regionale Banken wie auch Direktbanken bieten ihren Kunden die Möglichkeit an, den gesamten Kaufpreis oder die gesamten Baukosten der Immobilie zu finanzieren. Somit sind die Zeiten vorbei, in denen man erst einmal Eigenkapital ansparen musste, um den Traum von der eigenen Immobilie verwirklichen zu können.
Unvorsichtig sind die Kreditinstitute allerdings nicht geworden. Auf den Einsatz von Eigenkapital kann lediglich verzichtet werden, wenn der Darlehensnehmer über eine ausreichende Bonität verfügt und sich die Immobilie in einem hervorragenden Zustand befindet. Des Weiteren wird die Vollfinanzierung nur im Bereich der Eigennutzung angeboten. Bei der Finanzierung von Objekten, die als Kapitalanlage dienen, ist das so genannte Ausfallrisiko erheblich höher, weshalb die Darlehensgeber weiterhin auf den Einsatz von Eigenkapital bestehen.
Nur weil im Bereich selbst genutzter Immobilien auf den Einsatz von Eigenkapital verzichtet werden kann, soll das natürlich nicht heißen, dass man zwingend von dieser Möglichkeit Gebrauch machen sollte. Ganz im Gegenteil: Wer sich in der Lage befindet, Eigenkapital einzusetzen, sollte dies auch tun. Immerhin handelt es sich beim Eigenkapitaleinsatz um einen Faktor, der auf die Konditionen eines Immobiliendarlehens erheblichen Einfluss nimmt. Verallgemeinert kann gesagt werden: je mehr Eigenkapital eingesetzt wird, desto besser ist der Zinssatz.
Beleihungsauslauf
Liegt der Beleihungsauslauf (dieser Wert drückt das Verhältnis zwischen Darlehensbetrag und Objektwert aus) einer Finanzierung unter dem Wert von 60 Prozent, so spricht man auch vom Realkredit-Bereich. Befindet sich ein Immobiliendarlehen innerhalb dieses Bereichs, so geht die Bank nur ein äußerst geringes Risiko ein - schließlich sollten 60 Prozent des Objektwerts bei einer Verwertung stets erzielt werden können. Befindet sich ein Darlehen im Realkredit-Bereich, so kann der Darlehensnehmer mit dem Erhalt der Topkondition bzw. der niedrigsten Zinsen rechnen. Über diesem Bereich, sprich über 60 Prozent, liegt die erste Beleihungsgrenze. Das Überschreiten einer Beleihungsgrenze hat zur Folge, dass sich die Konditionen verschlechtern, weil das Risiko der Bank steigt. Bei welchen Werten sich die Beleihungsgrenzen befinden, bestimmen die Banken selbst. Verallgemeinert lässt sich sagen, dass die erste Grenze bei 60 Prozent, die zweite Grenze bei 80 Prozent des Objektwerts liegt.
Möglichkeiten der Eigenkapitalbildung
Weil der Einsatz von Eigenkapital auf die Konditionen eines Darlehens ganz erheblichen Einfluss nimmt, kann allen potentiellen Immobilienkäufern nur dazu geraten werden, möglichst viel davon einzusetzen. Wer heute bereits weiß, dass er eines Tages Immobilieneigentum erwerben möchte, der sollte die Möglichkeit nutzen und bis zum Zeitpunkt des Immobilienerwerbs möglichst viel Kapital ansparen. Auf diese Weise kann man seine Chancen auf den Erhalt eines Darlehens vergrößern und gleichzeitig dazu beitragen, in den Genuss erstklassiger Zinsen zu gelangen.
Sollte es noch längere Zeit dauern, bis man eine Immobilie kaufen möchte, so kann es unter Umständen empfehlenswert sein, einen Bausparvertrag abzuschließen. Mit dem Abschluss eines Bausparvertrags schlägt man gleich zwei Fliegen auf eine Klappe: zum einen spart man konsequenterweise Kapital an, zum anderen kann frühzeitig ein attraktiver Zinssatz gesichert werden.
Abschließend soll noch darauf hingewiesen werden, dass keinesfalls nur Geld als Eigenkapital angerechnet wird - eine Anrechnung von Eigenleistungen ist ebenso möglich. Hierunter versteht man die Mitarbeit des Eigentümers an einem Bau- oder Modernisierungsvorhaben, die zur Senkung der Lohnkosten beiträgt.
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