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Versicherungsdarlehen

Banken und Bausparkassen sind nicht die einzigen Anbieter von Immobiliendarlehen. Neben diesen beiden Geldinstituten sind auch Versicherungsunternehmen im Bereich der Immobilienfinanzierung tätig. Was das Spektrum an Finanzierungsprodukten betrifft, so fällt dieses zwar nicht ganz so groß wie beispielsweise bei den Banken aus, aber dennoch sollte man die Aufnahme eines Versicherungsdarlehens ruhig in Betracht ziehen.

Bei den verfügbaren Darlehen handelt es sich größtenteils um klassische Hypotheken- bzw. Annuitätendarlehen. Allerdings ist seit einigen Jahren festzustellen, dass immer mehr Versicherer dazu übergehen, auch variable Darlehen sowie Forward-Darlehen anzubieten. So gesehen sind die Unterschiede bezüglich des verfügbaren Produktspektrums gar nicht so groß. Auch was die einzelnen Gestaltungsmöglichkeiten betrifft, zum Beispiel die Vereinbarung von Sondertilgungen, gibt es zwischen Bank- und Versicherungsdarlehen keine Unterschiede.


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Nun mögen sich einige vielleicht fragen, was an einem Versicherungsdarlehen so interessant sein soll, wenn es sich von einem Bankdarlehen nicht unterscheidet. Glücklicherweise ist die Frage ganz einfach zu beantworten: Versicherungsdarlehen zeichnen sich in erster Linie durch ihre besonders attraktiven Zinssätze aus. Denn anders als die meisten Banken, müssen sich die Versicherer nicht an den Marktzinsen orientierten, was im Endeffekt bedeutet, dass sie ihre Zinssätze selbst bestimmen können. Der Großteil der Banken kann nicht auf diese Weise verfahren, weil sie sich am Kapitalmarkt refinanzieren. Das bedeutet, dass sie große Darlehen günstig aufnehmen und diese anschließend stückeln und an ihre Kunden vergeben. Aufgrund dieser Verfahrensweise können sie ihren Kunden im besten Fall Zinssätze einräumen, die dem Zinssatz ihres Refinanzierungsdarlehens entsprechen - ansonsten würden sie einen Verlust erzielen.

Versicherungsgesellschaften sind hingegen nicht auf diese Form der Refinanzierung angewiesen. Stattdessen greifen sie auf Teile ihres eigenen Vermögens zurück, die sich größtenteils aus Versicherungsbeiträgen zusammensetzen. Hierbei kann es sich beispielsweise um Beiträge von Lebensversicherungen handeln, für die es entsprechende Renditen zu erzielen gilt. Anstatt diese Gelder in Wertpapiere zu investieren, können die Versicherer auch von der Möglichkeit Gebrauch machen, sie in Immobiliendarlehen umzuwandeln und somit Erträge zu erwirtschaften. Aufgrund dieser Vorgehensweise befinden sich die Versicherer in der Lage, die Zinssätze ihrer Darlehen frei zu bestimmen - prinzipiell könnten sie stets den Zinssatz der günstigsten Direktbank unterbieten und trotzdem noch Gewinne erzielen.


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Allerdings sind die Versicherer bei der Vergabe ihrer Darlehen äußerst vorsichtig. Weil es sich bei den Darlehensbeträgen um Gelder handelt, für die eine Rendite erwirtschaftet werden muss, können sie sich keine Darlehensausfälle leisten. Deshalb sind Versicherungsdarlehen meist nur zu haben, wenn der Beleihungsauslauf vergleichsweise niedrig ausfällt - Vorhaben mit Beleihungsausläufen von mehr als 80 Prozent werden von Versicherungsgesellschaften nicht finanziert. Dafür zählen sie bei den Finanzierungen mit niedriger Beleihung fast immer zu den Top-Anbietern.

Die Versicherungsdarlehen sind somit vor allem für Umschulder interessant. Wer sich auf der Suche nach einer günstigen Anschlussfinanzierung befindet, wird mit Sicherheit auf die attraktiven Konditionen der Versicherer aufmerksam werden. Gerade für Anschlussfinanzierungen können sich die Versicherer begeistern, da die Restschuldbeträge dieser Darlehen meistens nicht mehr so hoch ausfallen und somit gute Beleihungen zustande kommen.

Wer sich für die Aufnahme eines Versicherungsdarlehens interessiert, sollte darüber Bescheid wissen, dass die Kreditprüfung unter Umständen ein wenig mehr Zeit als bei anderen Anbietern in Anspruch nehmen kann. Dies liegt an der umfangreichen Kreditprüfung, die von den Versicherern vorgenommen wird. Weil sie so vorsichtig sind, möchten sie häufig mehr Unterlagen sehen, als es zum Beispiel bei Direktbanken der Fall ist. Aber die Geduld der Antragsteller lohnt sich, da sie letzten Endes von erstklassigen Zinssätzen profitieren können.

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